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Häufige Fragen

Angestellt

Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?

Vom Bruttogehalt gehen Lohnsteuer, ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sowie Deine Anteile an den vier Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) ab. Was übrig bleibt, ist Dein Netto — das, was auf dem Konto landet.

Was ist die Steuerklasse-V-Falle?

In Steuerklasse V werden pro Monat rund 278 € mehr Lohnsteuer einbehalten als in Steuerklasse IV — Dein Netto ist also bei 30.000 € Jahresbrutto in Berlin jeden Monat rund 278 € niedriger, bis zur Jahresveranlagung. Das Geld ist nicht verloren; es wird unterjährig einbehalten und beim Steuerbescheid verrechnet.

Ändert die Steuerklasse meine Gesamtsteuer?

Nein. Die Steuerklasse bestimmt nur den monatlichen Lohnsteuerabzug (den Cashflow), nicht die Jahressteuer. Die tatsächliche Steuerschuld ergibt sich erst bei der Veranlagung — bei Paaren aus dem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze (BBG)?

Oberhalb der BBG steigen Deine Sozialbeiträge nicht weiter. 2026 liegt sie bei 69.750 € für die Kranken- und Pflegeversicherung und bei 101.400 € für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Einkommen darüber ist beitragsfrei — nur die Steuer steigt weiter.

Was ist der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung?

Zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz erheben die Krankenkassen einen individuellen Zusatzbeitrag. Der Rechner nutzt einen durchschnittlichen Satz (2,9 %); Deine Kasse kann darüber oder darunter liegen — den genauen Wert kannst Du eingeben.

Wie viel kostet die Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer ist ein Zuschlag auf die Lohnsteuer (8 % oder 9 % je nach Bundesland). Bei 70.000 € Jahresbrutto in Berlin kostet sie in diesem Beispiel etwa 1.099 € im Jahr. Ein Kirchenaustritt erhöht Dein Netto um etwas weniger als diesen Betrag: Die Kirchensteuer ist als Sonderausgabe abziehbar, mit dem Austritt entfällt dieser Abzug — ein Teil der Ersparnis kommt so als höhere Einkommensteuer bei der Veranlagung zurück.

Zahle ich den Solidaritätszuschlag?

Die meisten Angestellten nicht mehr: Seit 2021 gibt es eine hohe Freigrenze, sodass der Soli erst bei sehr hohen Einkommen anfällt. Der Rechner berücksichtigt die Freigrenze automatisch.

Warum fühlt sich meine Gehaltserhöhung so klein an?

Weil sie an Deinem Grenzsteuersatz besteuert wird. Eine Erhöhung um 10.000 € auf 72.000 € lässt netto nur rund 5.409 € übrig — der Rest geht an Steuer und Beiträge. Das ist kein Fehler, sondern der progressive Tarif.

Freiberufler

Wie viel bleibt mir als Freiberufler vom Umsatz?

Nach Betriebsausgaben, Einkommensteuer und freiwilliger Krankenversicherung bleibt weniger, als die Rechnung vermuten lässt. Beispiel: aus 75.000 € Gewinn werden rund 45.941 € netto im Jahr — abhängig von Deiner Kranken- und Pflegeversicherung.

Zahle ich als Freiberufler in die Renten- und Arbeitslosenversicherung?

In der Regel nicht — Freiberufler sind meist rentenversicherungsfrei und zahlen keine Arbeitslosenversicherung. Das erhöht Dein Netto, bedeutet aber auch: keine gesetzliche Rente und kein Arbeitslosengeld. Du musst selbst vorsorgen.

Welchen Krankenkassen-Beitragssatz zahle ich freiwillig versichert?

Standardmäßig den ermäßigten Beitragssatz (14,0 %) — hauptberuflich Selbstständige haben ohne Zusatztarif keinen Krankengeldanspruch (§ 243 SGB V). Nur wer sich für Krankengeld ab der 7. Woche entscheidet, zahlt den allgemeinen Satz (14,6 %).

Was ist die Mindestbemessungsgrundlage?

Für die freiwillige GKV wird mindestens ein fiktives Einkommen angesetzt — die Mindestbemessungsgrundlage. 2026 sind das rund 1.318 € im Monat (Bezugsgröße ÷ 3). Auch bei geringerem Gewinn zahlst Du Beiträge auf diese Basis.

Freiberufler oder Gewerbe — was kostet mehr Steuern?

Steuerlich meist kaum mehr: Ein Gewerbe zahlt zwar Gewerbesteuer, doch die wird über § 35 EStG weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet. Erst oberhalb eines bestimmten Hebesatzes (rund 400 %) bleibt eine Restbelastung. Der echte Unterschied ist meist Einordnung und Bürokratie.

Was ist die KSK und wer kann Mitglied werden?

Die Künstlersozialkasse versichert selbstständige Künstler und Publizisten. Mitglieder zahlen nur etwa die Hälfte der Beiträge (die KSK trägt den Rest, wie ein Arbeitgeber), sind pflichtversichert und haben Krankengeld ab der 7. Woche.

Muss ich Umsatzsteuer berechnen — und mindert sie mein Einkommen?

Als Regelbesteuerter schlägst Du 19 % Umsatzsteuer auf Deine Rechnungen. Diese Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten: Du sammelst sie für das Finanzamt ein, sie ist kein Teil Deines Gewinns und mindert Dein Einkommen nicht.

Wie funktionieren die Vorauszahlungen?

Das Finanzamt setzt vierteljährliche Einkommensteuer-Vorauszahlungen fest — grob ein Viertel Deiner erwarteten Jahressteuer je Quartal. So verteilt sich die Steuer übers Jahr, statt als eine große Nachzahlung anzufallen.

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